Erster Etappenerfolg für „Taktisch Wählen“: SPD und Grüne in Infratest-Umfrage über fünf Prozent

Info-Stand von "Taktisch Wählen" auf dem Domplatz in Magdeburg.
Foto: ub
Info-Stand von "Taktisch Wählen" auf dem Domplatz in Magdeburg. Foto: ub

Die am 28. August veröffentlichte Infratest-dimap-Umfrage zur Landtagswahl am kommenden Sonntag lieferte einen ersten großen Etappenerfolg für die Kampagne „Taktisch Wählen 2026“. Während SPD und Grüne in den vergangenen Monaten immer wieder an oder unter der Fünf-Prozent-Hürde lagen, sah Infratest dimap Ende August die SPD bei 8 Prozent und die Grünen bei 6 Prozent. Bei einem Wahlergebnis entsprechend dieser Umfrage würde die AfD trotz 42 Prozent die absolute Mehrheit im Landtag verfehlen.

Genau an diesem Punkt setzt „Taktisch Wählen“ seit dem Kampagnenstart an: Die Initiative informiert Wählerinnen und Wähler darüber, wie sie ihre Erst- und Zweitstimme strategisch einsetzen können, damit möglichst wenige demokratische Stimmen bei der Sitzverteilung verloren gehen. Dafür verbindet die Kampagne ein datenbasiertes Online-Tool mit einer groß angelegten Haustürkampagne in Sachsen-Anhalt.

Hohe Resonanz vor dem Wahltag
Die Resonanz ist inzwischen enorm. An mehr als 30.000 Haustüren haben Aktive der Kampagne bereits geklingelt. Mehr als 200.000 Menschen haben sich auf der Website über taktisches Wählen und die Empfehlungen für ihren Wahlkreis informiert. In den sozialen Netzwerken hat die Kampagne bislang rund 4,5 Millionen Menschen erreicht.

„Das ist für uns ein riesiger Etappenerfolg. Noch vor wenigen Wochen war völlig offen, ob SPD und Grüne den Einzug in den Landtag schaffen. Die Umfrageergebnisse Ende August zeigten sie bei acht und sechs Prozent. Das macht vor allem deutlich: Diese Wahl ist nicht entschieden. Es lohnt sich, um jede einzelne Stimme zu kämpfen“, sagt Tristan Runge, Initiator der Kampagne. „Aber eine Umfrage ist kein Wahlergebnis. Wir haben noch nichts gewonnen. Schon kleine Verschiebungen rund um die Fünf-Prozent-Hürde können die Mehrheitsverhältnisse im Landtag wieder grundlegend verändern. Deshalb legen wir im Endspurt noch einmal alles rein.“

Großes Aktionswochenende in Halle absolviert
Denn trotz der positiven Entwicklung bleibt die politische Lage kurz vor der Wahl angespannt. Die AfD lag in der Infratest-Umfrage vom 28. August bei 42 Prozent. Ihr Landesverband wird vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Dass sie laut der Erhebung keine absolute Mehrheit erreichen würde, ist für die Kampagne kein Grund, sich zurückzulehnen.

Am vergangenen Wochenende (28. bis 30. August) veranstaltete „Taktisch Wählen“ daher die bislang größte Mobilisierung der Kampagne. In Halle kamen Aktive aus der ganzen Republik zusammen, um gemeinsam in den Haustürwahlkampf zu gehen.

„Vor ein paar Wochen haben wir mit einer Idee angefangen. Inzwischen stehen Hunderte Menschen hinter dieser Kampagne, Zehntausende Türen wurden besucht und Hunderttausende informieren sich darüber, wie sie ihre Stimme möglichst wirksam einsetzen können“, sagt Ole Horn, Initiator der Kampagne aus Halle. „Am Aktionswochenende haben wir gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen nicht in Schockstarre verfallen, sondern gemeinsam anpacken. Unser Ziel ist klar: Am 6. September wollen wir einen Landtag sichern, der die demokratische Vielfalt Sachsen-Anhalts widerspiegelt – und dafür brauchen wir in den verbleibenden Tagen bis zum Wahltag noch einmal alle.“


Hinweis: Politische Pressemitteilungen gibt der Meetingpoint als Komplettzitate wieder; unsere Leser sollen sich eine eigene Meinung zu den Äußerungen unserer Politiker machen – ohne wertende Meinungen der Redaktion. Die Redaktion distanziert sich ausdrücklich von den zitierten Inhalten/Aussagen und macht sie sich nicht zu eigen.

Info-Stand von "Taktisch Wählen" auf dem Domplatz in Magdeburg.
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Info-Stand von "Taktisch Wählen" auf dem Domplatz in Magdeburg. Foto: ub
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BeneFit Magdeburg

Kommentare (5)

Ina02.09.2026, 15:55
☝️Satire sollte man als solche kennzeichnen.
Fuchs02.09.2026, 12:18
Die Drückerkolonne von "Taktisch wählen" ist nicht mein Demokratieverständnis. Leute an der Haustür zu nötigen und ihnen zu zeigen wie blöd sie sind, weil sie nicht wissen wo das Kreuz hingehört um damit zu Stimmen zu kommen, ist für mich eine Manipulation der Wahl und keine Demokratie.Verstehe gar nicht das solch gebaren durch das Gesetz genehmigt wird. Warum eigentlich nur für SPD und Grüne? Für mich sind solche Nötigungen eher kontraproduktiv.
Frage02.09.2026, 12:04
Wo kommt taktisch wählen überhaupt her? Laut Impressum aus Berlin. Die haben doch da demnächst selbst Wahlen, also erstmal vor der eigenen Haustür kehren. Dann könnt ihr auch gleich die grüne Spitzenkandidatin aus Sachsen-Anhalt wieder mit nach Köpenick zurück nehmen.
Leser02.09.2026, 11:34
Taktisch wählen, ausgerechnet die Grünen? Die Dame sagt in Wernigerode, im Osten waren in den 90gern doch alle rechts, um die Vergangenheit ihres Mannes zu rechtfertigen. Cem Özdemir bezeichnet MD als Vorort von Moskau, also alle Ossis sind Russen? Bei anderen wär das mehr als übergriffig. Obendrauf kommt dann noch die Anstellung des Mannes der Spitzenkandidatin bei den Grünen. Vetternwirtschaft die man ständig anderen ankreidet. Die SPD ist für die derzeitige Lage mit verantwortlich. Krankenhausschließungen, Schulpolitik usw., taktisch wählen heißt nichts anderes als weiter so und Jobgarantie für die Berufspolitiker.
M.W.02.09.2026, 10:08
Diese Aktion hat mich nun tatsächlich überzeugt, die genannten Parteien zu wählen. Die bisherigen Inhalte und Positionen konnten mich leider nicht überzeugen. Umso dankbarer bin ich, dass ihr mich mit dieser Aktion aus meiner vermeintlichen „Schockstarre“ holt und mir damit die Augen öffnet. Offensichtlich gibt es einiges, was inzwischen nicht mehr zusammenpasst. Das muss ich wohl kaum im Einzelnen aufzählen – vieles davon dürfte für jeden offensichtlich sein. In diesem Sinne: Vielen Dank für diesen überzeugenden Impuls. Ich freue mich schon auf ein konsequentes „Weiter so“!