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Singender Straßenbahnfahrer macht aus Schmerz einen Hit: im Interview mit Daniel Stodolka

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 28.08.2022 / 08:04 Uhr von cl
Wochentags steuert er die Straßenbahn zum Hasselbachplatz, zum Neustädter See oder nach Sudenburg, am Wochenende steht er auf der Bühne und lebt seinen Traum: Daniel Stodolka (35) aus Magdeburg ist Sänger mit Herz und Seele. Wie das schmerzhafte Ende einer Liebe und eine zufällige Entdeckung Daniel zum Musiker machten, hat er uns im Interview verraten:

Meetingpoint: Stell dich kurz vor: wer bist du, was machst du, wie lebst du?
Daniel Stodolka: Ich bin Daniel, zarte 35 Jahre alt und wenn ich nicht gerade Musik mache, dann bin ich von Montag bis Freitag Straßenbahnfahrer bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben. Das mache ich sehr gerne und mit Leidenschaft. Mein Leben außerhalb der Uniform, wie ich es immer gerne zum Spaß sage, ist die Musik. Das ist seit über acht Jahren so und das wird wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile so bleiben. Unter der Woche sitze ich in der Straßenbahn, am Wochenende bin ich zu Auftritten unterwegs. Unter anderem war ich schon Vorband für Schlagersängerin Beatrice Egli.

Meetingpoint: Wie bist du dazu gekommen, Musik zu machen?
Daniel Stodolka: Ich hatte vor neun Jahren tatsächlich das Glück, entdeckt worden zu sein, und zwar vom Leipziger DJ und Produzenten Rockstroh, der auch schon mehrere Hits hatte und für viele andere Musiker produziert, wie z.B. Mike Leon Grosch oder Beatrice Egli. Der hat damals im Internet meinen selbst geschriebenen Song „Karussell“ entdeckt. Eingesungen wurde der Song dann von Jasmin Graf, der Zweitplatzierten von „The Voice of Germany“ 2011. Der Song ist dann in die unabhängigen Charts reingekommen und war sechs Wochen auf Platz eins. Das war quasi mein Einstieg!

Meetingpoint: Was ist dein größter Hit und wie ist er entstanden?
Daniel Stodolka: „Karussell“ war der bisher größte Hit. Entstanden ist das Lied nach der Trennung von meiner Ex-Freundin. Ich hatte es damals nicht leicht die Trennung zu verarbeiten und habe mir meine Gedanken von der Seele geschrieben. Irgendwann habe ich meine Gitarre gegriffen und ein einfaches Gitarrenriff komponiert und im Internet hochgeladen. Und dann kam DJ Rockstroh.

Übrigens: eine Musikschule habe ich als Kind oder Jugendlicher nie von innen gesehen. Gitarre spielen habe ich mir selbst beigebracht, autodidaktisch quasi. Beim Musik komponieren verliert man sich irgendwann darin. Mit Tönen kann man gut seine Stimmung ausdrücken. „Karussell“ haben wir dann so verpackt, dass der Song auf jeden Fall auch tanzbar ist! Auf Mallorca lief das Lied auch im Radio. Da habe ich dann gemerkt: cool, das kommt an.

Meetingpoint: Wo können wir dich in nächster Zeit live erleben?
Daniel Stodolka: Mein nächster Auftritt ist schon am 10. September beim Familientag der Deutschen Herzwochen in Magdeburg. Um 16 Uhr bin ich dran und anschließend gibt es auch eine Autogrammstunde. Das Ganze findet hinter dem neuen SWM-Gebäude statt.

Meetingpoint: Was gibst du jungen Menschen mit, die davon träumen, sich musikalisch zu verwirklichen?
Daniel Stodolka: Wer den Traum hat, sich musikalisch zu verwirklichen, der soll das einfach tun und sich auf die Straße stellen. So habe ich das gemacht. Ich denke, die Straße ist das ehrlichste Publikum, was man bekommen kann. Im Internet können die Leute viel schreiben, hinter dem Bildschirm können sie dich auslachen. Aber die Straße lügt nicht. Also: wenn ihr Talent habt, dann geht raus und guckt, wie es die Menschen auf der Straße annehmen. Das sind am Ende auch die Hörer, die eure Musik kaufen.

Persönlich halte ich von Casting-Shows nichts. Oftmals geht es da mehr um dramatische Lebensgeschichten als um Talent. Ich denke, wenn man Musik mit dem Herzen macht, hat man in solchen Shows wenig Chancen. Ich kann nur sagen: traut euch und stellt euch dem ehrlichen Publikum draußen!

Hier findet ihr Daniels Musik zum Reinhören:
Der Song „Karussell“: [KLICK]
Daniel Stodolka bei Spotify: [KLICK]

Bilder

Foto: Daniel Stodolka
Foto: Daniel Stodolka
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