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Wie gut sind die Chancen für Kinder mit Förderbedarf an Sachsen-Anhalts Schulen?

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 20.09.2022 / 07:04 Uhr von cl
Viele Eltern stehen mit Beginn der Schulzeit ihrer Kinder vor der Frage: Regelschule oder Förderschule? Kinder können die unterschiedlichsten Förderbedarfe haben, vom Schwerpunkt Lernen, über Hören, bis hin zur körperlichen und motorischen Entwicklung. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 12 000 Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in Sachsen-Anhalt eine Förderschule. Wir haben uns zu den Chancen und Bedingungen für euch erkundigt:

Förderschulen gibt es in Sachsen-Anhalt so einige. Im aktuellen Schuljahr 2022/23 gibt es 92 öffentliche Förderschulen im Bundesland. Dazu kommen sieben Förderschulen in freier Trägerschaft. Und obwohl im vergangenen Schuljahr genau 12 153 Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf einer Förderschule gelernt haben, gibt es auch andere Möglichkeiten.

Eine davon ist der sogenannte Gemeinsame Unterricht (GU). Hier lernen Kinder mit Förderbedarf gemeinsam mit anderen Kindern ohne Förderbedarf an einer Regelschule. Dazu erklärt Tobias Kühne, Pressesprecher des Landesschulamtes Sachsen-Anhalt: „Die Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarfen im GU gestaltet sich unterschiedlich und ist abhängig vom Förderschwerpunkt eines Kindes und dessen Schweregrad.

Grundsätzlich erhalten die Schulen zusätzliche Stunden zugewiesen, mit denen die Kinder unterstützt werden. Die Förderung im GU wird in erster Linie umgesetzt von ausgebildeten Förderpädagogen, die entweder fester Teil des Kollegiums sind oder stundenweise in die Schule kommen, um das Kind zu unterstützen. Durch Weiterbildungen verfügen auch in anderen Lehrämtern ausgebildete Lehrkräfte über sonderpädagogisches Fachwissen.

Es sind darüber hinaus weitere individuelle Unterstützungssysteme vorhanden, zum Beispiel in Form von Integrationsbegleitern. Integrationsbegleiter sind kein Landespersonal. Hier stehen die Eltern in der Verantwortung, einen solchen Anspruch für ihr Kind zu organisieren. Integrationsbegleiter begleite das jeweilige Kind und unterstützen es im schulischen Alltag. Integrationsbegleiter finden sich an Förderschulen und im GU“, so Kühne. Die Entscheidung, ob ein Kind eine Förderschule oder den GU besucht, treffen grundsätzlich die Eltern. Empfehlungen oder Zuweisungen gebe es dafür nicht mehr, berichtet Manuela Hahnke, Schulleiterin einer Förderschule in Burg. Vielleicht tun sich gerade deshalb viele Eltern schwer mit einer Entscheidung. Die Frage danach, welche Schulform für die Entwicklung des eigenen Kindes am besten ist, sei eine schwierige Frage, so Hahnke. Allein stehen Eltern aber trotzdem nicht da: „Die Schulen stehen beratend und unterstützend zur Verfügung“, meint die langjährige Förderschulpädagogin.

Die Förderschwerpunkte verteilten sich im vergangenen Schuljahr nach Angaben des Landesschulamtes so (Angaben zum GU nur für öffentliche Schulen):
- Förderschwerpunkt „Lernen“: 4.953 an Förderschulen, 2.217 im GU
- Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“: 4.038 an Förderschulen, 117 im GU
- Förderschwerpunkt „Soziale und emotionale Entwicklung“: 1.533 an Förderschulen, 2.133 im GU
- Förderschwerpunkt „Sprache“: 315 an Förderschulen, 474 im GU
- Förderschwerpunkt „Hören“: 366 an Förderschulen, 237 im GU
- Förderschwerpunkt „Sehen“: 165 an Förderschulen, 102 im GU
- Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“: 768 an Förderschulen, 321 im GU
- keinem Förderschwerpunkt zugeordnet: 165 im GU

Förderschulleiterin Manuela Hahnke berichtet, dass es noch immer viel „Schubladen-Denken“ gibt. Es kommt oft vor, dass Kinder und Jugendliche sich mit einer gezielten und bedarfsgerechten Förderung viel positiver entwickeln, als zu Beginn der Schulzeit angenommen.

Eine Lehrerin, die mit vollem Einsatz für die bestmögliche Entwicklung ihrer Schützlinge kämpft, ist auch Förderpädagogin Kerstin Hennig. Sie entwickelt sogar eigene Spiele und Lernmaterialien, um ihren Schülern die wichtigen Grundlagen nahezubringen.

Wir haben mit Kerstin Hennig über ihren Arbeitsalltag gesprochen und sie hat uns auch verraten, warum sie ein Lernmaterial an der Förderschule selten zweimal nutzen kann.

Das komplette Interview lest ihr morgen früh auf dem Meetingpoint!

Bilder

Quelle: pixabay.com
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