Logo

DAK: Fast 240.000 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt durch Hitze belastet

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 06.06.2024 / 10:05 Uhr von ar/pm
DAK-Gesundheit untersucht Auswirkungen des Klimawandels in der Arbeitswelt. In dem darauf folgenden Report sind die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst. Die DAK verrät die Zahlen.

Bei knapp zwei Dritteln schränkt Hitze die Leistungsfähigkeit ein Etwa ein Sechstel hat hitzebedingte Gesundheitsprobleme Stickige Luft in Büroräumen und Werkshallen, Bruthitze auf Baustellen: 24 Prozent der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt fühlt sich bei Hitze während der Arbeit stark belastet.

Hochgerechnet auf alle Erwerbstätigen im Land sind das rund 240.000 Menschen. Knapp zwei Drittel sehen ihre Leistungsfähigkeit durch Extremtemperaturen eingeschränkt. Etwa ein Sechstel hat hitzebedingte Gesundheitsprobleme. Das sind zentrale Ergebnisse aus dem DAK-Gesundheitsreport 2024 für Sachsen-Anhalt.

Mit 24 Prozent ist der Anteil der stark Hitzebelasteten bei der Arbeit in Sachsen-Anhalt höher als in jedem anderen Bundesland. Bundesweit gehören 23 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu den stark Belasteten. „Hitze ist das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko – auch für die Beschäftigten“, sagt Steffen Meyrich, Landeschef der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt. „Beim Klima- und Hitzeschutz brauchen wir eine Bewusstseinswende und mehr Aufklärung.“

Für den Report „Gesundheitsrisiko Hitze. Arbeitswelt im Klimawandel“ hat das IGES Institut in Berlin die Daten von 51.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Sachsen-Anhalt ausgewertet. Außerdem wurden im Zeitraum vom 22. August bis zum 8. September 2023 rund 200 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt im Alter zwischen 18 und 65 Jahren repräsentativ befragt. Demnach fühlen sich insbesondere Erwerbstätige im Alter zwischen 18 und 34 Jahren durch Hitze stark beeinträchtigt (27 Prozent), ebenso wie Menschen mit einer chronischen körperlichen oder psychischen Erkrankung (25 beziehungsweise 37 Prozent).

Reduziertes Leistungsvermögen bei Hitze
Knapp zwei Drittel der Befragten in Sachsen-Anhalt sehen zudem eine Einschränkung ihrer Leistung durch extreme Temperaturen. 50 Prozent fühlen sich leicht und zwölf Prozent deutlich eingeschränkt. Etwa jeder und jede Sechste beobachtet bei sich hitzebedingte Gesundheitsprobleme (18 Prozent). „Unser Report zeigt alarmierend, wie Hitzewellen bereits jetzt die Arbeitsbedingungen beeinflussen und sich auf Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten auswirken“, sagt Meyrich.

Zusammenhang von Hitze und Krankenstand
Laut Report gibt es erste Auffälligkeiten beim Krankenstand. In der Analyse der Krankschreibungen aller DAK-versicherten Beschäftigten in Sachsen-Anhalt zeigt sich, dass es bei steigenden Temperaturen im Sommer mehr Arbeitsausfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Die Zunahme erfolgt etwas zeitversetzt, jedoch nahezu parallel zu den gemessenen Tagestemperaturen.

Mangelnde Vorbereitung auf wiederkehrende Hitzeperioden
Ein Fünftel der Beschäftigten gehen davon aus, dass sich die Bedingungen in ihrem Arbeitsbereich durch wiederkehrende Hitzeperioden in Zukunft verschlechtern. Zwar haben fast drei Viertel an ihrem Arbeitsplatz die Möglichkeit, Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen; sie können ihren Arbeitsort verdunkeln und bekommen vom Betrieb geeignete Getränke angeboten. Doch arbeitsorganisatorische Maßnahmen wie Homeoffice oder eine Anpassung der Arbeitszeit sind weniger verbreitet. Die Möglichkeit, sich eine Siesta zu gönnen, nutzen bisher nur wenige (neun Prozent), ein Großteil (32 Prozent) würde diese jedoch auch nicht nutzen, selbst wenn das Angebot vorhanden wäre.

„Die Firmen in unserem Bundesland müssen rasch alle Arbeitsabläufe an Hitzeperioden anpassen und Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten ergreifen“, so Meyrich.

Die DAK-Gesundheit bietet Beratung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und informiert über geeignete Instrumente, damit gutes Arbeiten auch bei großer Hitze gelingen kann.

Bilder

Symbolbild (Quelle: Pixabay.com)
Dieser Artikel wurde bereits 253 mal aufgerufen.

Werbung