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Entlang der Straße der Romanik: Eine Ferienreise zu Orten mit Geschichte

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 06.07.2025 / 14:09 Uhr von mt
Heute möchten wir euch auf eine weitere Reise mitnehmen, auf der ihr interessante Orte und ihre Geschichte kennenlernt. Es geht nach Burg. Die kleine Stadt mit ihren circa 22.500 Einwohnern liegt an der Straße der Romanik.

Durch die Stadt fließen die Ihle und der Elbe-Havel-Kanal. Die Entstehung von Burg begann im Jahre 948. Somit ist sie heute 1077 Jahre alt. Damals gab es eine Völkerwanderung und es siedelten sich Slawen an. Im Jahre 948 wurde auch das Bistum in Burg von Otto I. dem Großen gegründet. Ein Bistum ist ein bestimmtes Gebiet innerhalb eines kirchlichen Verwaltungsgebietes zu dem unterschiedliche Orte und ihre Gläubigen gehören. Geleitet wird es von einem Bischof.
Die Entstehung des Ortes zog auch Flamen an. Das ist eine Bevölkerungsgruppe aus Belgien. Sie gründeten in Burg die Unterstadt und erbauten St.Nicolai. Womit wir auf unserer heutigen Reise bei der ersten Sehenswürdigkeit aus der Romanik wären.

Unterkirche St.Nicolai
Die Unterkirche entstand in der Zeit von 1162-1186. Anders als bei anderen Gebäuden im romanischen Baustil, besteht diese Kirche aus Granitstein und nicht aus Backsteinen. In ihrem Inneren finden wir jedoch typische Zeichen der romanischen Bauart. Dazu gehört ein quadratischer Abschnitt für den Chor, ein Westturm, ein Querschiff sowie die halbkreisförmige Apsis. Als Apsis wird der Teil der Kirche bezeichnet, in dem wir den Altar finden. Oft ist er mit einer Halbkugel überwölbt. Der Begriff Apsis stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Rundung oder Bogen“. St.Nicolai bietet seltene Sehenswürdigkeiten, die es zu entdecken gibt. Dazu gehört unter anderem die Kanzel aus Sandstein mit ihren Figuren.

Öffnungszeiten, Standort
Mai – September: Mo-Fr von 15.00 -17.00 Uhr
Oktober – April: Auf Anfrage
Nicolaistrasse 4, 39288 Burg

Reisen wir weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit.

Oberkirche Unser Lieben Frauen
Diese wurde zum ersten Mal im Jahre 1186 als „St. Maria in Monte“ erwähnt. Sie ist aber sehr wahrscheinlich älter. Bezogen auf Kirchen bedeutet es oft, dass sie mit dieser Bezeichnung, der Jungfrau Maria, gewidmet sind. „Monte“ bedeutet übersetzt Hügel oder Berg. Die Kirche besteht komplett aus Sand und Feldsteinen und ist ein Wahrzeichen von Burg. Erbaut wurde sie im romanischen Stil. Im Jahre 1268 gab es im Ort einen verheerenden Stadtbrand, bei dem die Kirche zerstört wurde. Danach dauerte es 300 Jahre, bis die Kirche wieder aufgebaut war. Der Aufbau erfolgte aber im gotischen Baustil. Reste vom romanischen Stil sind noch in der nördlichen Apsis und im Unterbau der Türme zu finden.

Den Hochaltar, den Taufstein und die Kanzel baute im Jahre 1610 der Magdeburger Bildhauer Michael Spieß. Faszinierend ist die hölzerne Chordecke. Sie zeigt, wie beeindruckend die einheimische Tischlerkunst mit einfachsten Mitteln und Werkzeugen zur damaligen Zeit war.

Öffnungszeiten, Standort:
Mai - September: Mo.- Fr. von 15.00 - 17.00 Uhr
Berliner Straße, 39288 Burg

Nach der Erkundung der beiden Kirchen begeben wir uns zum Ersten in die Natur und somit in den denkmalgeschützten Goethepark.
Er wird als grüne Achse zwischen dem Bahnhof und dem Stadtzentrum bezeichnet. Das Gelände gehörte ehemals zu den Bahnhofsanlagen. Im Jahre 1913 begann der Umbau zum Park. Dieser wurde mit dem Geld bezahlt, das Albertine Flickschu der Stadt Burg vererbte. Sie war die Frau des deutschen Tuchfabrikanten Carl August Flickschu. Er war ebenfalls zu seiner Zeit Stadtrat von Burg. Die Grabstätte der erfolgreichen Kaufmannsfamilie Flickschu befindet sich auf dem Friedhof in der Burger Kirchhofstraße.

Im 9,5 Hektar großen Goethepark findet ihr unter anderem einen Skaterpark, einen großen Abenteuerspielplatz, den mystischen Nebelwald, Kräuterbeete und Ehrenanlagen.

Wem dieser Park nicht zusagt, der folge uns auf den Weinberg.
Er ist die höchste Erhebung von Burg und ihr könnt einen wunderschönen Blick über Burg und die Ihle genießen. Auf dem Berg finden sich Überreste von alten Befestigungsanlagen. Sie weisen darauf hin, dass dort früher eine slawische Burg stand.

Im 12. Jahrhundert begann hier der Weinanbau der Region. Im Jahre 1740 wurde dieser jedoch aufgegeben. Grund war das sich in den Jahrhunderten stetig veränderte Klima.
Blickfang des Weinberges ist der 1902 errichtete Wasserturm.

Beide Parkanlagen sind täglich geöffnet von:
April – Oktober: 6.30 Uhr - 21.30 Uhr
November – März: 6.30 Uhr – 19.00 Uhr

Ein weiteres Highlight der Stadt Burg ist die Historische Gerberei.
Durch Gerben wird seit der Steinzeit die Haut von Tieren haltbar gemacht und zu Leder verarbeitet. Die Gerberei wurde im Jahre 1450 gebaut. Lange Zeit war das Lederhandwerk die wichtigste Einnahmequelle für Burg. In der Gerberei könnt ihr erleben, wie aufwändig die Fertigung von Leder war.
Vor der Gerberei seht ihr eines der ältesten Häuser von Burg.

Adresse, Öffnungszeiten:
Hainstraße 11-12, 39288 Burg
Mittwoch: 14.30 Uhr -16.30 Uhr (nur für Anmeldungen und Auskünfte)

Etwas Besonderes, bei dem die Kinder im Vordergrund stehen, sind folgende Attraktionen:

Nachtwächterrundgang
Nachtwächter wurden früher Männer genannt, die während der Nachtzeit mit einer Laterne durch die Straßen liefen und dafür sorgten, dass alles seine Ordnung hatte und niemandem während des Schlafes Schaden zugefügt wurde. Wer möchte, darf den heutigen Nachwächter von Burg auf einem seiner spannenden Rundgänge begleiten. Sie führen vorbei an alten Gebäuden und hin zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Lauscht dabei seinen geheimnisvollen und abenteuerlichen Geschichten.

Wem dies ein Hauch zu viel Abenteuer ist, der folgt dem Trommler von Burg.
Einige von euch kennen vielleicht seine geheimnisvolle Sage. Auf dem Rundgang mit ihm erfahrt ihr mehr über die unterirdischen Gänge der Stadt, hört lustige Sagen und Geschichten und lernt seine Lieblingsplätze kennen.

Ebenfalls könnt ihr einen Rundgang mit dem Türmer Herrmanns.
unternehmen. Türmer wurden früher Männer genannt, die täglich von einem Turm aus, die Umgebung beobachteten und bei Gefahr wie zum Beispiel einem Brand Alarm schlugen. Vom Türmer Herrmanns erfahrt ihr die ein oder andere spannende Geschichte aus der Stadt Burg.

Für heute endet unsere Reise. Wer möchte darf uns gern von seinen Erlebnissen und schönen Momenten berichten. Nutzt dazu die Kommentarfunktion am Ende des Artikels.
Wer weitere Informationen zu den Stationen unserer Reise benötigt, wendet sich bitte an:
Tourist-Information Burg
Kirchhofstraße 11
39288 Burg
Tel.: 03921-636 92 90
E- Mail: mailto:info@touristinfo-burg.de
Website: https://www.touristinfo-burg.de/

Bilder

Die Kirche St. Nicolai.
Die Kirche St. Nicolai.
Die Türme der Oberkirche.
Die Oberkirche. Fotos: privat
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