Logo

Straße der Romanik – eine Ferienreise zu Orten mit Geschichte, Teil 4

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 28.07.2025 / 11:09 Uhr von mt
Liebe Leser, danke für die Begleitung auf unseren vergangenen Reisen. Manch einer trällert ein lustiges Lied vor sich hin, wenn er unterwegs ist, ein anderer wandert still und aufmerksam des Weges. Wir starten unser Auto, hören Musik und steuern den vierten Ort der Ferienreise an: Leitzkau.

Der Ort liegt zwischen zwei Kirchen, die sich jeweils auf einem Hügel befinden. Wie in vielen anderen Orten entstand auch dieser aus einer slawischen Siedlung. Das erste Mal wurde Leitzkau im Jahre 995 offiziell erwähnt. Damals hieß der Ort noch „Lietzka“. Ende des 10. Jahrhunderts wurde Leitzkau viele Jahre Ausgangsort für die deutsch-kaiserlichen Heere und deren Kriegszüge gegen Slawen östlich der Elbe sowie gegen Polen. Die Umgebung von Leitzkau ist geprägt von Landwirtschaft. Als ersten Platz in Leitzkau besichtigten wir die Dorfkirche St. Petri.

Bis zum Jahre 1114 bestand die Kirche aus Holz. Diese wurde entfernt und aus Bruchsteinen wieder aufgebaut. Sie ist die älteste Steinkirche östlich der Elbe. Im Jahre 1139 wurde an der Kirche ein Prämonstratenser-Chorherrenstift eingerichtet. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es zahlreiche bauliche Veränderungen. Unter anderem bekam die Kirche eine Emporentreppe sowie eine Sakristei. Letzteres ist der Raum, in dem unter anderem die Gewänder und andere Dinge, die für den Gottesdienst benötigt werden, zu finden sind. Sie ist eine Art Vorbereitungsraum. Im Inneren der Kirche befindet sich ein imposanter Altar.

Die Dorfkirche findet ihr in 39279 Leitzkau, Kirchstraße 1.

Eine Besichtigung sowie Führungen sind nach vorheriger Absprache möglich. Wendet euch dazu bitte an:
Regionalbüro Loburg
Am Markt 2, 39279 Loburg
Tel.: 039245-68169

Von der Dorfkirche St. Petri fahren wir weiter zur Stiftskirche St. Maria, die in enger Verbindung mit dem zur Kulturstiftung Sachsen-Anhalt gehörenden Schloss Leitzkau steht. Das Wort „Stift“ hat nichts mit dem Schreibstift oder Ähnlichem zu tun. Früher gaben einige wohlhabende Menschen über einen längeren Zeitraum Geld, damit Klöster oder Kirchen erbaut werden konnten. Das nennt man stiften. Im Jahre 1140 entstand das Stiftsgebäude. 15 Jahre später weihte Erzbischof Wichmann die dazugehörige Kirche ein. Leitzkau entwickelte sich mit den Jahren zum Bischofssitz. Die Prämonstratenser siedelten von der Kirche St. Petri in die Stiftskirche St. Maria über. Mit der Wiederherstellung des Bistums Brandenburg verlor die Stadt jedoch an Bedeutung. Mit der Reformation im Jahre 1517 erfolgten zahlreiche Austritte. Im Jahre 1535 erfolgte die Auflösung des Stifts. Das Gebäude zerfiel Stück für Stück. Im Jahre 1564 erwirbt Hilmar von Münchhausen das zerfallene Klostergut und baut es gemeinsam mit seinen Söhnen um. Aus der Klosterkirche wurde eine Schlosskirche, aus den Stiftsgebäuden das Schloss. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte die Schlossanlage unterschiedlichen Nutzen. 1959 entschieden sich die Besitzer zum Rückbau der Schlossanlage in ihre ursprüngliche romanische Erscheinung. Heute gibt es in dem faszinierenden Schloss und der dazugehörigen Anlage zahlreiche Veranstaltungen und Märkte.
Das Schloss sowie die Stiftskirche St. Maria findet ihr in: 39279 Gommern, OT Leitzkau, Am Schloss 4.

Wer Fragen dazu hat, wendet sich bitte an den
Förderkreis Kultur und Denkmalpflege Leitzkau e. V.
Tel.: 032941-4168
E-Mail: mailto:fk-leitzkau@gmx.de
Website: https://www.xn--frderkreis-schloss-leitzkau-pyc.de/

Nachdem wir uns die alten, aber doch spannenden Gemäuer angeschaut haben, bleibt noch etwas Zeit. Wir fahren bei schönem Wetter und mit guter Laune in das Naherholungsgebiet Dannigkow.

Es ist das größte zusammenhängende Landschafts- und Lärmschutzgebiet in Deutschland. Da wir einige Tage Zeit haben, bis es weitergeht nach Magdeburg, steuern wir den Campingplatz „Plattensee“ an und hoffen auf eine Möglichkeit zur Übernachtung. Das gelingt uns und wir werden die nächsten Nächte in einem Schlaffass verbringen. Das ist ein großes Fass aus Holz, das liebevoll ausgebaut wurde zum Schlafen und drin Verweilen. Nun erst mal in den See zum Schwimmen. Der Plattensee ist ein Steinbruchsee.

Dieser und 30 weitere in der Umgebung sind entstanden, nachdem zuvor in der Region lange Zeit Quarzit und Tonschiefer abgebaut worden waren. 1963 wurde der letzte Steinbruch geschlossen. Insofern diese nicht zugeschüttet sind, füllen sie sich mit Wasser und werden daher Steinbruchseen genannt. Der Strand und die Umgebung laden ein zum Ballspielen oder zum Ausruhen. Außerhalb der Saison gibt es die Möglichkeit, im See zu tauchen. Am 2.08.2025 gibt es ein Neptunfest mit Mal- und Spielstraße, Kinderschminken und der Taufe von Neptun, der aus dem Wasser zu Gast an Land kommt.
Der Tauchclub Aqua Aero Plattensee-Dannigkow e.V. ist mit einem Infostand ebenfalls vor Ort. Hungrig von unseren Erkundungstouren begeben wir uns auf die Suche nach einer gastronomischen Einrichtung. Davon gibt es einige in der näheren Umgebung. Bei der Suche entdecken wir noch weitere Orte, die wir uns in den nächsten Tagen anschauen werden. Das sind unter anderem die Wanderdüne „Kulk“ direkt am Heide- und Gesteinsgarten und die Wasserburg in Gommern mit eigener Traditionsbrauerei.
Für heute verabschieden wir uns und wünschen euch allzeit Gute Reise.

Wer Fragen zu den Angeboten des Campingplatzes hat, wendet sich bitte an:
Freizeit- und Erholungszentrum Plattensee
Campingplatz Dannigkow Plattensee
Steinbruch 2
39245 Dannigkow
E-Mail: mailto:info@campingplatz-dannigkow.de
Tel.: 039200-51616
Website: https://plattensee-dannigkow.de/

Bilder

Schloss Leitzkau Foto: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Henrik Bollmann
Dorfkirche St. Petri - Bild 1.
Dorfkirche St. Petri - Bild 2.
Dorfkirche St. Petri - Bild 3. Fotos 1-3: privat
Stiftskirche Sancta Maria - Bild 1.
Stiftskirche Sancta Maria - Bild 2.
Schloss Leitzkau. Fotos: privat
Dieser Artikel wurde bereits 568 mal aufgerufen.

Werbung