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Kein Kurs, kein Strom – Die Elbe ist tot

Politik
  • Erstellt: 25.08.2025 / 09:03 Uhr von mr/pm
In der Landtagssitzung schlug die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Alarm: Die Elbe hat als Bundeswasserstraße ausgedient. Der einstige Wirtschaftsmotor ist versiegt – wortwörtlich. Ohne Wasser keine Schifffahrt. Jetzt braucht es neue Ideen und mutige Entscheidungen für einen Neuanfang.

„Das Land muss endlich aufhören, Luftschlösser zu malen. Die notwendige Fahrrinnentiefe (1,40m) ist nicht realistisch und ohne Wasser nutzt auch das nichts. Die Wahrheit ist: Die Sommer werden trockener, die Pegel sinken und Niedrigwasser ist längst die neue Normalität“, sagt Cornelia Lüddemann, verkehrspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion. „Das Land verschleudert Millionen Euro Steuergeld, um eine tote Wasserstraße künstlich zu erhalten. Der Güterverkehr auf der Elbe ist am Ende. Während der Mittellandkanal zuverlässig und effizient läuft, ist der Umschlag an den Elbehäfen um 90 % eingebrochen.“

„Es hat keine Zukunft, an einer Branche festzuhalten, die am Sterben ist. Wir müssen den Blick nach vorn richten auf die Potenziale im Tourismus. Sachsen zeigt, wie Radtourismus florieren kann, bei uns scheitert es aber an Löchern und Lücken. Konzentrieren wir uns auf eine nachhaltige Zukunft, von der auch Gaststätten, Rad- und Kanuverleiher*innen, Touristiker*innen profitieren“, betont Lüddemann.

Wolfgang Aldag, umweltpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, fordert, den Fokus auf naturnahen Tourismus zu legen: „Die Elbe und ihre Auen sind unser Trumpf für unsere Region und unerlässlich für die Pflanzen- und Tierwelt. Dieser Hotspot der Artenvielfalt ist in Gefahr und wird bei Niedrigwasser zu einem Grab für tausende Tiere. Wir müssen den Schatz vor unserer Haustür bewahren und unsere Kräfte in die ökologische Auenrenaturierung stecken. Wenn Auen kein Wasser speichern können, sterben Flora und Fauna. Das gefährdet auch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich massiv.“

Die Grünen fordern einen Stopp von Ausbauplänen und Unterhaltungsmaßnahmen und mehr Engagement in den natürlichen Hochwasserschutz für lebendige Auen, die atmen können, und einen ökologisch wertvollen Fluss. Aldag appelliert: „Es ist unsere Verantwortung, diese europäisch einzigartige Naturlandschaft auch für die folgenden Generationen zu schützen.“


Hinweis: Politische Mitteilungen gibt der Meetingpoint als Komplettzitate wieder. Unsere Leser sollen sich selbst ein Bild von den Äußerungen unserer Politiker machen, ohne Anmerkungen oder Veränderungen durch die Redaktion.

Bilder

Foto: mr
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