Der Fenchel und das Eisenkraut,
Die Ros, das Schelkraut und die Raut
sind dienlich dem Gesicht,
das Dunkelheit anficht.
Hieraus ein Wasser zubereit,
das bringt den Augen Heiterkeit.
Verfasser: P. Matthiolus
Das Echte Eisenkraut kommt ursprünglich aus Nordafrika und Australien. Andere Arten wie das argentinische oder patagonische Eisenkraut, stammen aus Südamerika. Bereits in der Antike wuchs das Echte Eisenkraut in Europa und gelangte über Handelswege nach Deutschland. Seine Verwendbarkeit als Heilmittel kannten bereits die alten Römer. Über Jahrhunderte hinweg war es das Kraut der Kräuter. Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) war der Autor einer enzyklopädischen Naturkunde. Dieser schrieb einst: „Das ist die Pflanze, mit welcher unsere Gesandten zu den Feinden gehen, mit welcher der Tisch des Jupiter abgestäubt wird, unsere Häupter gereinigt und vor Unglück geschützt werden.“
Die Wirkung des Echten Eisenkrautes ist weitreichend. Ein Auszug aus einem alten Kräuterbuch beschreibt es passend.
Siedet man eine Handvoll Eisenkraut in weißem Wein, trinkt davon morgens nüchtern und des Abends, so beseitigt man damit die Verstopfungen der Leber, der Milz, entfernt die Gelbsucht, vertreibt den Stein und befördert das zurückgebliebene Harnen. Trinkt man morgens und abends vom destillierten Eisenkrautwasser, so beseitigt man damit Gelbsucht, Fieber, Würmer, Gries und Stein. Es erzeugt auch den Säugenden Milch. Einige Tröpfchen in die Augen gebracht, macht sie hell.
Ebenfalls lindert es Mandelentzündungen, ist stärkend und krampflösend und wirkt als Kompresse bei Migräne. Bei den Germanen galt es als Wundkraut bei Verwundungen mit Eisenwaffen. Ein Volksglaube besagt, dass im Schlafzimmer aufgehängtes Eisenkraut die Nachtmahre vertreibt, die Verursacher von Albträumen sind. Die Druiden deuteten mit dem Echten Eisenkraut die Zukunft. Der lateinische Name ist Verbena officinalis I. Verbena wurde in früheren Zeiten auf alle Pflanzen übertragen, die zu religiösen und anderen feierlichen Handlungen gebraucht wurden. Geblieben ist es bis heute als wissenschaftlicher Name für unser Eisenkraut. Sammeln können wir das eher unscheinbare Kraut an nährstoffreichen und geschützten Orten. Es ist ein Stickstoffanzeiger.
Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl, Bitterstoffe, Phytosterole, Gerbstoffe, Kieselsäure, Schleimstoffe und Flavonoide
Blätter: Wir sammeln sie im jungen Wachstumsstadium vor der Blüte von April bis Juli und verwenden sie frisch oder getrocknet als Tee. Damit dieser nicht allzu bitter ist, werden die in Streifen geschnittenen Blätter zuvor eine Stunde in warmes Wasser gelegt oder blanchiert.
Blüten: Von Juli bis September blüht das Echte Eisenkraut. Man kann sie verwenden in Salaten, Suppen, Joghurt oder als hübsche Dekoration.
Habt ihr Fragen, dann wendet euch damit bitte an:
Elke Tantzen
Putergarten 5, 39175 Gerwisch
Tel.: 0152 8205400
Website: https://elke-tantzen.de/
Anmerkung der Redaktion
Für die Informationen im Artikel bezüglich der Heilwirkung und Anwendung übernehmen wir keine Garantie. Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln haben bei jedem unterschiedliche Wirkungen. Es ist das Wissen, das in der Menschheitsfamilie von Generation zu Generation weitergegeben wird, in Begleitung medizinischer Studien und Homöopathen.
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