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Gutachten: Magdeburger Weihnachtsmarkt-Tragödie hätte verhindert werden können

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 30.08.2025 / 08:02 Uhr von rt
Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei der am 20. Dezember 2024 sechs Menschen starben, mit gezielteren Sicherheitsmaßnahmen hätte verhindert werden können. 

Laut MDR Investigativ, dem das Gutachten vorliegt, stellt das Dokument des Bundesverbands für Veranstaltungssicherheit (BVVS) sowohl der Stadt als auch dem Veranstalter ein vernichtendes Urteil aus.

Das Gutachten, das einem Sonderausschuss des Stadtrats in einer nicht-öffentlichen Sitzung vorgestellt wurde, wirft den Verantwortlichen gravierende Fehler im Sicherheitskonzept vor. Dem MDR zufolge hätten die Zufahrten zum Markt keinesfalls offenbleiben dürfen. Es hätte demnach ausreichend zertifizierte Sperrsysteme gegeben, um ein Einfahren von Fahrzeugen zu verhindern und gleichzeitig den Zugang für Rettungskräfte zu gewährleisten.

Mängel-Liste des BVVS-Gutachtens
Die Gutachter monieren auf mehreren Seiten eine Reihe von Versäumnissen:
  • Kein Zufahrtsschutzkonzept: Obwohl der Veranstalter, die Weihnachtsmarkt GmbH, die Gefahr durch Fahrzeuganschläge erkannt hatte, fehlte eine strukturierte Risikobewertung. Ein eigenständiges Konzept zum Zufahrtsschutz war nicht vorhanden.
  • Veraltete Schutzsysteme: Die eingesetzten Betonblöcke entsprachen dem MDR zufolge nicht mehr dem Stand der Technik. Solche Blöcke seien als Einzelschutzmaßnahme nicht mehr ausreichend und könnten sogar selbst zur Gefahr werden.
  • Unklarer Notfallplan: Ein strukturierter Alarm- und Notfallplan fehlte demnach ebenfalls, was im Ernstfall zu unkoordinierten Abläufen führen kann.
  • Unverbindliche Polizeisperren: Die im Sicherheitskonzept erwähnten „mobilen Polizeisperren“ seien laut MDR an keiner Stelle näher definiert worden, ihre Art und ihre Umsetzung blieben unklar.

Uneinigkeit über Verantwortlichkeiten
Im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtags hatte die Stadt mehrfach fehlende gesetzliche Vorgaben für Sicherheitskonzepte und Zufahrtsschutz beklagt. Das Gutachten widerspricht dieser Haltung und verweist darauf, dass bereits zum Zeitpunkt der Veranstaltung einschlägige DIN-Richtlinien sowie ein Polizei-Leitfaden zum Schutz vor Überfahrten existierten.

Ein Sprecher der Stadt Magdeburg erklärte gegenüber dem MDR, die Stadt habe mit dem Gutachten Schwachstellen aufdecken wollen, ohne persönliche oder juristische Schuldzuweisungen vorzunehmen. Der Geschäftsführer der Weihnachtsmarkt GmbH sieht die Verantwortung für den Schutz vor terroristischen Gefahren hingegen beim Staat und nicht bei den Veranstaltern. Er erklärte gegenüber dem MDR, sein Unternehmen sei nur für die "innere Sicherheit" des Marktes zuständig und die um den Markt aufgestellten Betonsteine seien in der Verantwortung der Stadt gewesen.

Ein Experte für Öffentliches Recht, der das Gutachten für den MDR geprüft hat, hält die Argumentation des Veranstalters für „fadenscheinig“. Er sieht die Verantwortung zu unterschiedlichen Anteilen bei Veranstalter, Stadt und Polizei, mit „erheblichen Versäumnissen“ bei der Stadt.

Bilder

Foto: rt
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Kommentare

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    Andreas Wilhelm schrieb um 15:54 Uhr am 30.08.2025:
    Ich finde es sehr schade, dass unsere Regirung nichts dagegen macht, ob es eine oder mehrere Messerataken im Zug oder auf der Straße oder Beispiel: die Amokfahrt in Magdeburg/Weihnachtsmarkt für mich gibt es nur ein Schuldiger das ist unsere Regirung.
    Für mich ist muss ich die Polizei,Rettungsdienst und Veranstalter Freisprechen, die wußten, was es für ein Mensch ist, aber trotzdem tat keiner was. Der Mensch war bekannt trotzdem hat keiner aus der Regirung reagiert. Früher hatte wir auch keine Steinklötze um den Festplatz abzusperen, warum kommen immer mehr Kriminelle nach 🇩🇪.
    Wieviel Kinder und Erwachsene müssen noch ihr Leben verlieren.