Ein großer Teil der Besucher nutzte die Gelegenheit, um mit ihrem Gefährt direkt auf dem Gelände zu campen. Die Frontscheiben der Fahrzeuge zierten statt teurer Vignetten die Teilnahme-Aufkleber des Treffens. Besonders auffällig waren dabei die verschiedenen IFA W50-LA LKWs, deren Besitzer jeweils eine ganz eigene Philosophie pflegen.
Dirk Beutelmann aus Leitzkau kaufte seinen W50 aus dem Baujahr 1978 im Jahr 2008. Lange stand der Lastwagen ungenutzt herum, bis sein Sohn Lennard ihn überzeugte, das Projekt anzugehen. Ihr Ziel war es nicht, den Wagen komplett zu restaurieren, sondern seinen authentischen, rohen Zustand zu bewahren. Ursprünglich diente der LKW als Werkstattwagen für eine LPG und hat eine besondere Geschichte: Er stand einst auf der Leipziger Messe. Frank aus Gommern, ein gelernter Kfz-Schlosser, der seine Ausbildung auf einem solchen Fahrzeug absolvierte, nutzt seinen W50 von 1970 hingegen als mobiles Feriendomizil. Auf der Ladefläche der klassischen Pritsche sind zwei Betten und klappbare Boxen mit Campingausrüstung untergebracht, perfekt für spartanische Urlaube.
Michael Bathge aus Stendal, Mitglied der Oldtimerfreunde Menz, hat seinem W50 aus dem Jahr 1986 eine besonders kreative Note verliehen. Er hat ein Schlaffass auf die Ladefläche montiert, das bei Bedarf einfach mit einem Gabelstapler abgenommen werden kann. Als Inhaber eines Campingplatzes in Parchau vermietet er auch andere solcher Fässer an Gäste. Für ihn ist die OMMMA ein Campingausflug, bei dem er die Chance nutzt, in seinem LKW-Fass zu übernachten, anstatt, wie andere, im Zelt zu schlafen.
Neben den großen Lastwagen zogen auch viele PKWs die Blicke auf sich. Oliver Bechtloff und sein Vater Georg aus Magdeburg sorgten mit ihrem himmelblauen Trabant für Staunen. Der Clou: Sie haben einen Anhänger aus dem Heck eines anderen, verunfallten Trabants gebaut. Als Autoschlosser und Autoelektriker hatten die beiden das perfekte Know-how für das anderthalb Jahre dauernde Projekt. Ebenfalls aus der Region stammen die Oldtimer-Freunde Wallwitz, zu denen Marko Ewald gehört. Er war mit seinem knallig lackierten Lada 2103 „Schiguli“ vor Ort, den er selbst umfassend restauriert hat. Das Auto aus dem Baujahr 1982 war ursprünglich beige und wurde schon zu DDR-Zeiten umlackiert. Marko Ewald hat sich bewusst gegen eine neue Lackierung entschieden, um die Geschichte des Wagens zu bewahren.
Echte Blickfänger brachten auch die Barkas-Freunde Vorpommern mit nach Magdeburg, die eine lose Interessengemeinschaft von etwa 20 Leuten mit rund 70 Fahrzeugen sind. Sie legen Wert auf Originalität und zerlegen ihre Barkas-Busse bis zur letzten Schraube, um sie in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Ihre Camper-Modelle, die zum Teil vom belgischen Unternehmen Motorhomes Olbrechts umgebaut wurden, nutzen sie nicht nur für Treffen, sondern auch für Urlaube in Norwegen oder Schweden.
Dabei ist die OMMMA auch eine riesige Handels- und Tauschbörse für die vielen Schrauber und Sammler. Es werden nicht nur die schönsten Oldtimer präsentiert, sondern bereits die fürs nächste Jahr vorbereitet. Es sind die persönlichen Geschichten und die Hingabe, die die Fahrzeuge auf der OMMMA so lebendig machen. Die Leidenschaft für das rollende Kulturgut der DDR und der ehemaligen Sowjetunion ist bei jedem Einzelnen spürbar.
Alle Bilder von der 26. OMMMA findet ihr [
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