Keine Prüfung für Burkini-Verbot in Magdeburgs Bädern
Stadtgeschehen
Erstellt: 03.09.2025 / 14:01 Uhr von rt
Ein Antrag auf ein Verbot des Burkinis in kommunalen Freibädern ist in Magdeburg gescheitert. Die Initiative sollte das Tragen der Badebekleidung aus hygienischen und symbolischen Gründen untersagen. Der Vorstoß wurde Anfang der Woche im Stadtrat abgelehnt, nachdem einer der Antragsgegner mit Satire antwortete.
Der Antrag, eingebracht von der AfD-Fraktion, forderte eine rechtliche Prüfung, ob und wie der sogenannte Burkini in den städtischen Bädern untersagt werden könnte. Hauptargumente waren die Hygiene und die gesellschaftliche Symbolik.
AfD-Fraktionsvorsitzender Ronny Kumpf äußerte in der Debatte die Befürchtung, der großflächige Stoff der Burkinis würde mehr Schmutz ins Wasser eintragen. Zudem sah er in der Badebekleidung ein Symbol religiöser Unterdrückung, das im Widerspruch zu den Werten der westlichen Gesellschaft stehe. Kumpf bezeichnete den Burkini als ein „Stoffgefängnis“ und warnte vor der Ausbreitung einer Religion, die er als frauenfeindlich und ausgrenzend beschrieb.
Ein ungewöhnlicher Redebeitrag kam von Lucas Kemmesies (Volt). Er wählte die Form eines satirischen Märchens, um die Debatte um den Burkini zu kommentieren. Unter dem Titel "Das Märchen von den vier Burkini-Wächtern und dem Untergang des Abendlandes" kritisierte er die Prioritäten der Antragsteller von der AfD. Er stellte die Frage in den Raum, warum man sich mit der Badebekleidung beschäftige, während die Stadt mit weitaus größeren Problemen wie maroder Infrastruktur und fehlendem Personal konfrontiert sei. Seine Erzählung betonte, dass der Untergang einer Gesellschaft nicht durch Kleidung, sondern durch Ignoranz gegenüber tatsächlichen Herausforderungen verursacht werde.
Nach den Redebeiträgen erfolgte die Abstimmung, die mit einem deutlichen Ergebnis von 12 Ja- zu 26 Nein-Stimmen sowie 4 Enthaltungen endete. Damit wird die Stadtverwaltung kein Verbot des Burkinis in städtischen Bädern prüfen.
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