Das Konzept soll erstmals ein gesamtstädtisches Vorrangnetz für den Fußverkehr definieren, Schwachstellen wie fehlende Querungshilfen oder enge Gehwege identifizieren und konkrete Maßnahmen von neuen Zebrastreifen über bessere Beleuchtung bis hin zu barrierefreien Wegen vorschlagen. Die Stadt setzt auf eine breite Beteiligung: Ein „Runder Tisch“ mit Fraktionen, Verwaltung, Verkehrsverbänden und Bürgervertretern wird die Arbeit begleiten.
„Zu Fuß gehen liegt im Trend“
Baubeigeordneter Jörg Rehbaum warb für den Beschluss: „Wir haben bislang die zu Fuß Gehenden – die zahlenmäßig stärkste, aber vom Durchsetzungsvermögen her schwächste Gruppe – nicht ausreichend im Blick. Mit dem Fußverkehrskonzept schaffen wir die Grundlage, um Bedingungen zu verbessern und Konflikte zu entschärfen. Und wir werden künftig wohl weniger über jeden einzelnen Zebrastreifen streiten müssen.“
Madeleine Linke (Grüne/future!) begrüßte den Startschuss: „Zu Fuß gehen liegt im Trend. Städte wie München oder Leipzig zeigen, dass mehr Fußverkehr den Gesamtverkehr entlastet. In Magdeburg werden immerhin 28 Prozent aller Wege zu Fuß erledigt – doch viele Gehwege sind seit DDR-Zeiten nicht erneuert. Der Weg zur Haltestelle sollte nicht einem olympischen Hürdenlauf gleichen.“
Auch aus der AfD-Fraktion kam Zustimmung – jedoch nicht ohne hämischen Unterton. Christian Mertens meinte:„Wir stimmen dem zu. Ein paar nette Sachen sind drin, aber man fragt sich schon, wie die Menschheit über Jahrhunderte ohne Fußverkehrskonzept ausgekommen ist.“
Falko Grube (SPD/Tierschutzallianz/Volt) hob die strategische Bedeutung hervor: „Es ist absonderlich, dass wir uns so selten über Fußverkehr unterhalten. Am Ende sind wir alle Fußgänger. Es ist gut, dass wir jetzt eine geschlossene Konzeption bekommen.“
Und Stephan Leitel (CDU/FDP) appellierte an die Ratskollegen: „Alle sind froh über ein Gesamtkonzept. Dann sollten wir auch gleich den Mut haben, einzelne willkürliche Zebrastreifen-Anträge von der Tagesordnung zu nehmen und uns auf das große Ganze konzentrieren.“ Er forderte den Rat auf, den Worten nun auch Taten folgen zu lassen.
Mit dem Beschluss startet ein Prozess, der mindestens 18 Monate dauern wird. Erst nach gesicherter Förderung beginnt die eigentliche Arbeit, inklusive Bürgerbeteiligung und Ausarbeitung eines Prioritätenplans. Magdeburg möchte damit einen weiteren Schritt in Richtung einer Stadt machen, in der der Weg zu Fuß sicherer und attraktiver werden soll.
Kommentare
Fragender schrieb um 13:23 Uhr am 30.09.2025:
Mit der AfD macht man doch nichts gemeinsam. Alles was aus der Richtung kommt ist doch aus Prinzip schon falsch.