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Silber-Coup mit Handicap: „Hellboy“ trotzt Muskelriss in der Wüste Nevadas

Sport
  • Erstellt: 03.05.2026 / 11:05 Uhr von ub/pm
Nur eine Woche nach seinem triumphalen Gold-Sieg bei den Arnold Classics in Ohio hat Matthias Schlitte erneut bewiesen, warum er zur absoluten Weltspitze des Armwrestlings gehört. Bei den North American Championships in Las Vegas erkämpfte sich der Bebertaler die Silbermedaille – und das trotz einer schweren Verletzung mitten im Turnier.


Vom kühlen Nordosten der USA ging es für den „Hellboy“ direkt in die sengende Hitze von Nevada. Doch wer glaubte, Schlitte würde sich nach dem „Olymp-Sieg“ von Columbus (Volksstimme berichtete) auf seinen Lorbeeren ausruhen, sah sich getäuscht. Trotz des kräftezehrenden Programms der Vorwoche und spürbarem Muskelkater trat der 38-Jährige in Las Vegas an.

„Die Reiseroute war bewusst so gewählt. Nach dem unfassbaren Sieg bei den Arnold Classic eine Woche zuvor war der Druck zum Glück abgefallen und ich konnte befreit kämpfen“, so Schlitte, der diesmal im höheren Limit bis 77kg antreten musste. Insgesamt gingen über 300 Sportler in Nevada in den verschiedenen Gewichtsklassen in den Wettkampf.

Drama in Runde drei
Der Start verlief nach Maß: Mit zwei souveränen Siegen unterstrich der Bebertaler seine Ambitionen, schließlich war ein Platz auf das Podium das erklärte Ziel. In der dritten Runde kam es dann zum Blockbuster-Duell gegen den mehrfachen Weltmeister Ashot Adamyan. Der Armenier erwischte einen Blitzstart, den Schlitte zwar zunächst mit gewohnter Routine abfangen konnte, doch beim anschließenden Gegenangriff passierte das Unglück: Unter der extremen Belastung riss der Brustmuskel des Mann aus der Börde.
Schlitte musste das Match verloren geben, doch ein vorzeitiges Aufgeben kam für den Kämpfer nicht infrage. „Nach einer Pause habe ich die Zähne zusammengebissen. Die riesigen Medaillen in Form eines Pokerchips waren einfach zu verlockend. Dafür wollte ich alles geben“, so Schlitte.

Ein Kraftakt für die Moral
Gehandicapt durch die Verletzung, aber getragen von unbändigem Willen, schaffte der „Hellboy“ das schier Unmögliche und ging erneut an den Wettkampftisch. Obwohl die Verletzung die Geschwindigkeit und Dynamik blockierte, half das Adrenalin gegen die Schmerzen. Und so ging es Runde, um Runde nach vorn. Er gewann drei weitere Kämpfe in Folge gegen die Konkurrenz aus Kanada, den USA und Mexiko. Die begehrte Medaille war endlich erreicht. Durch den souveränen Sieg gegen den mexikanischen Champion Yago Marquez gelang tatsächlich der Einzug ins große Finale. In seinem 12. Duell innerhalb von Tagen fehlten am Ende zwar die Kraftreserven, um den Turniersieg perfekt zu machen, doch die Silbermedaille von Las Vegas glänzt nach diesem dramatischen Verlauf fast wie Gold.

„Ein riesiges Dankeschön geht an Sean Hancock von Boom Armwrestling und an alle Unterstützer in der Heimat, die mir die Daumen gedrückt haben“, ließ der Weltmeister von 2022 nach dem Turnier verlauten.
Blickrichtung Rumänien: Die EM im Visier
Trotz der Verletzung bleibt für Schlitte kaum Zeit zum Durchatmen. Nach einer nun unumgänglichen verletzungsbedingten Zwangspause steht bereits das nächste sportliche Highlight fest: die Europameisterschaft in Brasov, Rumänien. Um im Mai fit für die sechswöchige Intensivvorbereitung zu sein, liegt der Fokus nun erst einmal auf der Genesung. Wenn der „Hellboy“ im Mai wieder ins Training einsteigt, hat er nur ein Ziel: Die Medaillenjagd in Osteuropa fortzusetzen.

Bilder

Foto: Matthias Schlitte
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