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„Erst unsere Jobs, dann eure Profite“: DGB-Chefin Skirlo warnt vor Abbau von Arbeitnehmerrechten

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 01.05.2026 / 18:03 Uhr von mr
Zum Tag der Arbeit hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen-Anhalt ein kraftvolles Zeichen gegen soziale Kälte und für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze gesetzt. Auf der zentralen Kundgebung in Magdeburg erhob Landesleiterin Katrin Skirlo schwere Vorwürfe gegen Bestrebungen, bewährte Schutzrechte aufzuweichen.

Unter dem kämpferischen Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ rückte Skirlo die Sorgen der Beschäftigten in den Mittelpunkt. Angesichts steigender Preise und wirtschaftlicher Instabilität kritisierte sie eine Schieflage in der Krisenbewältigung: Während große Konzerne ihre Gewinne absicherten, trügen Arbeitnehmer, Familien und Rentner die Hauptlast der Inflation. Den Vorwurf, deutsche Arbeitnehmer seien zu teuer oder arbeiteten zu wenig, wies die Gewerkschafterin entschieden als haltlos zurück.

„Keine Verhandlungsmasse“: Schutzrechte unter Beschuss
Besonders deutlich wurde Skirlo beim Thema Arbeitszeit und Mitbestimmung. Sie reagierte damit auf aktuelle politische Debatten zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

„Der Achtstundentag ist keine Verhandlungsmasse“, stellte Skirlo klar. „Er schützt unsere Gesundheit und unser Familienleben.“

Wer Tarifverträge als Luxus und Mitbestimmung als Bremse bezeichne, greife das Fundament gelebter Demokratie in den Betrieben an. Der DGB sehe in der hohen Beteiligung an den jüngsten Betriebsratswahlen einen klaren Auftrag, diese Errungenschaften gegen Angriffe zu verteidigen.

Forderung nach einem starken Sozialstaat
Auch die aktuelle Sozialpolitik geriet ins Visier der Landesleiterin. Skirlo forderte eine strukturelle Kehrtwende, um den Sozialstaat wetterfest zu machen:

Finanzierung: Versicherungsfremde Leistungen sollen aus Steuermitteln statt aus Beiträgen gezahlt werden.

Solidarität: Einbeziehung von Beamten und Privatversicherten in die gesetzliche Krankenversicherung.

Gerechtigkeit: Eine stärkere steuerliche Belastung hoher Einkommen zur Stabilisierung der Renten.

Staatliches Eingreifen sei dort unerlässlich, wo Märkte versagen – insbesondere bei Mieten, Energiepreisen und der medizinischen Grundversorgung. „Wohnen und Mobilität sind Grundrechte, keine Luxusgüter“, so die DGB-Chefin.

Weichenstellung für die Landtagswahl
Mit Blick auf die Landtagswahl am 6. September positioniert sich der Gewerkschaftsbund unter dem Slogan „Stabil für Sachsen-Anhalt“. Skirlo bezeichnete den Urnengang als Richtungsentscheidung für die demokratische Zukunft des Landes.

Stabilität bedeute für den DGB vor allem Sicherheit im industriellen Wandel. Ziel müsse ein Sachsen-Anhalt sein, das durch gezielte Investitionen in Infrastruktur und faire Löhne Perspektiven für Stadt und Land schafft – ohne dass die Beschäftigten „die Zeche“ für den wirtschaftlichen Umbruch zahlen müssen. Ihr Appell endete mit einem flammenden Plädoyer für Solidarität als einzige Antwort auf die Krisen unserer Zeit.

Bilder

Quelle: DGB
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