Lautstark, tanzend und entschlossen: Am heutigen Samstag, den 9. Mai, verwandelte sich die Magdeburger Innenstadt in einen Schauplatz des demokratischen Protests. Unter dem Banner der PRÜF-Bewegung (Parteien Rechtlich ÜberPrüfen) zogen etwa 1.500 Menschen vom Stadtzentrum zum Willy-Brandt-Platz, um für die Wehrhaftigkeit des Rechtsstaates zu werben.
Forderung nach rechtlicher Überprüfung
Bereits zum Auftakt gab es ein besonderes Highlight: Eine Live-Schalte zur Berliner PRÜF-Demo ermöglichte es den Magdeburgern, den Auftritt des Kabarettisten Bodo Wartke gemeinsam zu verfolgen. Während eines Zwischenstopps vor dem Allee-Center wurde die Kernbotschaft der Bewegung in einem eindringlichen Sprechchor formuliert. Die Teilnehmenden forderten, dass alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem oder als Verdachtsfall eingestuft werden, durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden müssen.
Begleitet von den rhythmischen Klängen der Trommelgruppe „Rhythm of Resistance“ zog der Demonstrationszug schließlich unter der Europa-Hymne auf dem Bahnhofsvorplatz ein, passend zur Feier des Europa-Tages.
Kultur und Grundgesetz auf dem Willy-Brandt-Platz
Dort ging die Kundgebung nahtlos in das „Fest der Demokratie“ des Bündnisses Solidarisches Magdeburg über. Das Programm bestach durch eine Mischung aus politischer Ernsthaftigkeit und künstlerischer Vielfalt. Während die Puppe „Douglas“ gemeinsam mit den Charakteren „Sarah und Betty“ durch das Programm führte, sorgten Schauspielerinnen des Schauspielhauses, Texte von Rob Grizzly und das Mittelalter-Duo „Carolinga und ihr Knecht“ für kulturelle Akzente.
Besonders eindringlich wurde es, als Felix Fabian Halmann alle 21 Artikel des Grundgesetzes rezitierte, musikalisch begleitet vom Lyriker Johann Voss. Die Lesung führte den Anwesenden die rechtliche Basis des Zusammenlebens in Deutschland unmittelbar vor Augen.
Solidarität und buntes Treiben
Abseits der Bühne präsentierte sich ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis. Die „OMAS GEGEN RECHTS“ versorgten die Gäste mit Kaffee und Kuchen, während die neugegründete Gruppe „ELTERN GEGEN RECHTS“ Angebote für Kinder bereithielt. Zahlreiche Infostände – von Sachsen-Anhalt WELTOFFEN über den CSD und das Klimabündnis bis hin zur AWO – luden zum Austausch ein.
Christiane Lähnemann vom Solidarischen Magdeburg zog am Ende des Tages eine positive Bilanz: „Es war ein schönes Fest, auf dem wir gezeigt haben, wie wertvoll unsere Demokratie ist und wie schön es ist, gemeinsam und solidarisch aktiv zu sein.“ Das Fest schloss direkt an das „Fest der Zukunft“ der AWO an und unterstrich den Wunsch nach einer weltoffenen Stadtgesellschaft.
Kommentare
Enna schrieb um 18:32 Uhr am 10.05.2026:
Ach so schrieb um 07:14 Uhr am 11.05.2026:
Dort ist niemand verloren. Dort gibt es noch aufrechte Menschen mit Hoffnung und Verstand, dass Ihre menschenverachtende Hassmentalität niemals wieder duldbar sein wird.