Wirtschaftliche Lage hat sich deutlich verschlechtert
Stadtgeschehen
Erstellt: 13.05.2026 / 16:05 Uhr von ub/pm
Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen zwischen Altmark und Harz hat sich deutlich verschlechtert hat. Der Geschäftsklimaindex ist um 9,5 Zähler auf 74,2 Punkte gesunken. Insgesamt sind 200 Punkte möglich. Auch die Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung haben sich spürbar verschlechtert. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Magdeburg für das erste Quartal 2026.
„Wir leben in sehr unsicheren Zeiten, in denen einmal mehr geopolitische Auseinandersetzungen die Nachrichten bestimmen und externe Schocks erneut unsere Wirtschaft treffen“, sagte IHK-Vizepräsident Stefan Korneck bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Magdeburg. „In dieser Situation braucht es eine Regierung, die Stabilität und Sicherheit ausstrahlt“, betonte Korneck. Doch leider werde die aktuelle Bundesregierung diesen Anforderungen nicht gerecht. Deren Bilanz sei enttäuschend. „Es gibt keine echten wachstumsfördernden Reformen“, konstatierte Korneck. „Die Regierung streitet sich über alle möglichen Themen, und man hat als Unternehmer nicht das Gefühl, dass es vorangeht. Man hat eher das Gefühl, dass es langsam bergab geht.“
„Unsere Unternehmen arbeiten auf Verschleiß“, stellte Korneck fest. Ausbleibende Reformen und immer neue Herausforderungen würden die Wirtschaft in hohem Maße belasten. Dieser Zustand habe sich seit 2022 kaum verändert. Korneck verlangte von der Bundesregierung „ein umfassendes Maßnahmenpaket“ bis zum Sommer. „Es müssen endlich klare Vorgaben her, wie Unternehmen konkret und spürbar entlastet werden. Nur mit einer klaren Perspektive können Unternehmen investieren und Wirtschaftswachstum erzeugt werden.“
„Nötig sind dauerhafte Entlastungen, um wieder Planungssicherheit herzustellen“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer André Rummel. Eine Maßnahme wie die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 17 Cent pro Liter sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein und habe mit einer tragfähigen Gesamtstrategie nichts zu tun. Transportunternehmen beispielsweise hätten seit Beginn des Irankrieges beim Diesel monatliche Mehrbelastungen im hohen dreistelligen Bereich pro Fahrzeug. Hier müsse wirkungsvoll und nachhaltig gegengesteuert werden. Rummel forderte zudem, die Energiesteuer auch auf Gas sowie die Stromsteuer für alle Verbraucher zu senken.
Kritisch äußerte sich Rummel zur sogenannten Entlastungsprämie von 1000 Euro. Hier wälze die Bundesregierung ihre Verantwortung auf die Unternehmen ab. Die Auszahlung an die Belegschaften sei angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen ohnehin fraglich. Rummel begrüßte den Stopp der Entlastungsprämie durch den Bundesrat. Offenbar würden die öffentlichen Arbeitgeber die Situation genauso bewerten wie die Wirtschaft.
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