Bei einer bundesweiten Schwerpunktprüfung hat das Hauptzollamt Magdeburg die Kurier-, Express- und Paketdienstleister ins Visier genommen. Das Ergebnis: In dutzenden Fällen besteht der Verdacht auf Mindestlohnverstöße und Schwarzarbeit.
Am 06. Mai beteiligte sich das Hauptzollamt Magdeburg mit einem Großaufgebot an einer bundesweiten Kontrollaktion in der Logistikbranche. Insgesamt 81 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) und der Kontrolleinheit Verkehrswege nahmen die Arbeitsbedingungen von 250 Beschäftigten in ganz Sachsen-Anhalt unter die Lupe.
Geprüft wurde die gesamte Kette der Paketzustellung – vom Umschlag in den Zentren bis zur Auslieferung an der Haustür. Die Kontrollen erstreckten sich über Standorte wie Magdeburg, Halle (Saale) und Wittenberg bis in den Südharz.
Verdacht auf systematische Verstöße
Die erste Bilanz des Einsatzes ist deutlich: In 38 Fällen sind nun tiefergehende Ermittlungen durch die FKS notwendig. Besonders schwer wiegt der Verdacht auf Lohndumping:
In 17 Fällen gibt es konkrete Hinweise darauf, dass der seit Januar 2026 geltende gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde unterschritten wurde.
Die Beamten stellten fest, dass häufig Vor- und Nachbereitungszeiten, wie das Beladen der Fahrzeuge, gar nicht vergütet werden.
Zudem steht der Verdacht im Raum, dass Sozialversicherungsbeiträge durch den Einsatz von Subunternehmen vorenthalten wurden.
Aufwendige Nachermittlungen folgen
Für die betroffenen Unternehmen ist die Prüfung mit dem Tag der Razzia nicht beendet. Die Zöllner gleichen nun die vor Ort erhobenen Daten der Arbeitnehmer mit der Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie weiteren Geschäftsunterlagen ab.
Laut André Schneevoigt, Pressesprecher des Hauptzollamts Magdeburg, sind diese regelmäßigen Schwerpunktprüfungen ein entscheidendes Instrument, um die Akzeptanz von Schwarzarbeit in der Gesellschaft zu senken und faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern.
Kommentare
Leser24 schrieb um 19:22 Uhr am 15.05.2026:
Ach so schrieb um 21:08 Uhr am 18.05.2026: