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Millionen-Investition in Sachsens-Anhalts Wasserhaushalt: Startschuss für Großprojekt an Elbe und Elster

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 14.05.2026 / 14:03 Uhr von mr
65 Millionen Euro gegen die Dürre: Zwischen Elbe und Schwarzer Elster startet eines der größten Naturschutzprojekte Deutschlands. Wo das Wasser bisher ungenutzt abfloss, entstehen nun neue Lebensadern für eine ganze Region – ein Wettlauf gegen den Klimawandel, der über die Zukunft der hiesigen Landwirtschaft und Natur entscheidet.

Es ist ein Mammutprojekt für den Naturschutz und die Klimaresilienz. In den kommenden zehn Jahren werden die Auenlandschaften zwischen Pretzsch, Jessen und Gallin im Landkreis Wittenberg umfassend renaturiert. Für dieses Vorhaben hat die Heinz Sielmann Stiftung nun die entscheidende finanzielle Rückendeckung erhalten. Am Dienstag übergaben Bundesumweltminister Carsten Schneider und Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann einen Förderscheck über rund 65 Millionen Euro an den Stiftungsvorsitzenden Jochen Paleit.

Kampf gegen Austrocknung und Erosion
Das Kernziel des Projekts ist die Wiederbelebung der Flusslandschaften entlang der Mittelelbe und der Schwarzen Elster. Geplant ist, abgeschnittene Altarme und Altwässer wieder an die Hauptströme anzubinden. Damit sollen natürliche Prozesse gefördert und die fortschreitende Sohleerosion gestoppt werden.

Das Vorhaben ist eine Gemeinschaftsleistung: Die Stiftung kooperiert eng mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, dem Biosphärenreservat Mittelelbe sowie dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz.

Wasser als Existenzfrage für die Region
Landesumweltminister Willingmann hob die strategische Bedeutung für das Bundesland hervor. Da Sachsen-Anhalt zu den trockensten Regionen Deutschlands zählt, sei ein verbesserter Wasserrückhalt unumgänglich:

„Wasser wird selbst in den Auenlandschaften zunehmend zur Mangelware, ist aber für die Kulturlandschaft und damit auch für die Landwirtschaft vor Ort existenziell“, so Willingmann.

Bundesminister Schneider ergänzte, dass intakte Auen weit mehr seien als nur Rückzugsorte für bedrohte Tierarten. Sie dienten als „natürliche Infrastruktur“, die Kohlenstoff bindet und als Puffer bei Extremwetterereignissen wie Hochwasser oder Dürre fungiert.

Finanzierung und Rückhalt in der Bevölkerung
Das Gesamtbudget des Projekts beläuft sich auf rund 71 Millionen Euro. Davon stammen:

64,8 Millionen Euro aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundes sowie aus Landesmitteln.

Die restlichen Summen werden durch Eigenmittel der Heinz Sielmann Stiftung gedeckt.

Stiftungschef Jochen Paleit betonte zum Auftakt die Bedeutung der lokalen Akzeptanz. Nach einer bereits dreieinhalbjährigen Planungsphase wolle man den engen Dialog mit den Anwohnern und Landwirten vor Ort beibehalten: „So ein großes Projekt funktioniert nur mit dem Rückhalt der Menschen in der Region.“

In den nächsten zehn Jahren soll das Gebiet nun Schritt für Schritt für die Herausforderungen des Klimawandels gewappnet werden.

Bilder

Symbolfoto, Quelle: Pixabay
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