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Deutsches Biodiversitätszentrum: Willingmann wirbt für langfristige Unterstützung des Bundes

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 22.01.2023 / 18:00 Uhr von cl/pm
Sachsen-Anhalts Wissenschafts- und Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat an den Bund appelliert, die Forschungsarbeit des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) auch über 2024 hinaus finanziell zu unterstützen. Das teilte das Umweltministerium mit. Willingmann: „Der Erhalt der Artenvielfalt gehört zu den drängendsten Herausforderungen weltweit. Für diese Mammutaufgabe braucht es politischen Willen, langen Atem und zugleich exzellente wissenschaftliche Begleitung…

Aus diesem Grund haben wir mit iDiv in Mitteldeutschland einen international führenden Forschungsleuchtturm zur Biodiversität aufgebaut. Damit dieser auch künftig größtmögliche Strahlkraft entwickeln kann, wäre es wichtig, dass sich der Bund langfristig an der Finanzierung beteiligt. Das gilt umso mehr mit Blick auf die Umsetzung des im Dezember 2022 im kanadischen Montreal erzielten wegweisenden Abkommens zur Artenvielfalt“, sagte Willingmann heute bei der Eröffnung des Parlamentarischen Abends von iDiv in Sachsen-Anhalts Landesvertretung in Berlin.

Prof. Aletta Bonn, Forschungsgruppenleiterin Ökosystemleistungen bei iDiv, ergänzte: „Wir müssen jetzt die Umsetzung der globalen Biodiversitätsziele ambitioniert vorantreiben. Dies kann nur gelingen, wenn Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Forschung zusammenarbeiten, und tatkräftige Investitionen in unsere Natur tätigen – als Sicherung für unsere Gesundheit und die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Wir raten daher dazu, einen hochrangigen Biodiversitätsrat einzurichten, der, über alle Politikressorts hinweg und gemeinsam mit jungen Menschen, die Erhaltung unserer biologischen Grundlage zum Kernthema der Politik macht.“

Das 2012 gegründete Forschungszentrum mit Sitz in Leipzig wird von den Universitäten Halle-Wittenberg, Jena und Leipzig sowie dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) getragen. Für iDiv sind derzeit mehr als 350 Mitarbeitende aus 40 Nationen tätig, davon mehr als 150 direkt am Forschungszentrum; es nimmt weltweit eine Spitzenstellung in der Erforschung der Artenvielfalt auf der Ebene ganzer Ökosysteme ein.

Bislang finanzieren die von Bund und Ländern getragene Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und weitere Fördermittelgeber iDiv mit jährlich gut 15 Millionen Euro. Ergänzend dazu sind an den drei Universitäten für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag Forschungsinfrastrukturen auf- und ausgebaut worden; an der Universität Halle etwa wurde das Institutsgebäude der Biologie für rund 23 Millionen Euro saniert und erweitert.

Nach Auslaufen der DFG-Förderung stellen Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gemeinsam mit den drei Universitäten und dem UFZ vom Wintersemester 2024/25 an eine Grundfinanzierung von 12,5 Millionen Euro pro Jahr sicher. Willingmann: „Angesichts der überragenden Bedeutung unserer mitteldeutschen Spitzenforschung zur Artenvielfalt werbe ich sehr dafür, dass sich der Bund auch über 2024 hinaus verlässlich an der Finanzierung beteiligt. Die wichtige Forschungsarbeit am iDiv muss mindestens im Umfang der Vorjahre fortgeführt und perspektivisch weiter ausgebaut werden.“

Der Rückgang der Artenvielfalt lässt sich auch in Sachsen-Anhalt beobachten. Hierzulande gibt es rund 1.560 Tier- und Pflanzenarten, die inzwischen akut vom Aussterben bedroht sind. Das sind gut sieben Prozent der in Sachsen-Anhalt nachgewiesenen Arten.

Um den Erhalt der heimischen Artenvielfalt zu forcieren, arbeitet das Umweltministerium derzeit an der Weiterentwicklung der aus dem Jahr 2010 stammenden Biodiversitätsstrategie des Landes. Ein zentraler Baustein dabei ist die Artensofortförderung, über die im Jahr 2022 rund 3,84 Millionen Euro für landesweit 88 Naturschutzprojekte bewilligt worden sind.

Finanziert wurden etwa die Renaturierung von Teichen und Seen, die Anlage von Blühwiesen oder die Herstellung von Fledermausquartieren. Willingmann: „Wenngleich die Haushaltslage aktuell schwierig ist, sollte unsere eigene, passgenaue und erfolgreiche Artensofortförderung angesichts der Biodiversitätsziele neben entsprechenden Bundes-Programmen auch 2023 und darüber hinaus fortgesetzt werden. Über den Umfang sind wir im Rahmen der Haushaltsberatungen für das laufende Jahr derzeit mit den Abgeordneten der Koalitionsfraktionen im Gespräch.“

Bilder

Symbolbild, pixabay.com
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