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Bis zum Game Over - bekanntes Drama „Woyzeck“ in moderner Fassung

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 23.01.2023 / 09:05 Uhr von cl/pm
Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ gehört zu den meistgespielten Stücken im deutschsprachigen Raum. Regisseur Jan Friedrich verlegt die Geschichte um den Frauenmörder in die Welt der Videogames. Woyzeck wird hier zum Singleplayer, dessen Gewaltausbruch aus der frustrierenden Videospielumgebung erwächst. Premiere ist am kommenden Samstag, 19.30 Uhr im Schauspielhaus. Das teilte das Theater mit.

Der Soldat Franz Woyzeck arbeitet als Diener für seinen Hauptmann. Um seine Freundin und das Kind versorgen zu können, stellt er sich zudem medizinischen Versuchen zur Verfügung, in deren Rahmen seine Ernährung reduziert wird – auf Erbsen. Armut, Demütigungen und die toxischen Auswirkungen der Mangelernährung führen zur Entgleisung: In wahnhafter Eifersucht ermordet er seine Freundin Marie.

Zeitungsberichte über Frauenmorde gaben Georg Büchner den Anstoß für das weltberühmte Drama. Jan Friedrich transformiert die Geschichte in die Gegenwart und in ein an Computerspiele („Ego-Shooter“) erinnerndes Setting. Das Publikum nimmt Woyzecks Perspektive ein und folgt ihm durch seine Welt, in der sich die Entscheidungsmöglichkeiten immer weiter reduzieren. Alle anderen Rollen des Stücks erscheinen als digitale Wesen und verkörpern die Videospielfiguren, denen Woyzeck in mehreren Spieldurchläufen und damit -varianten begegnet.

Für die Bühne hat Jan Friedrich, unterstützt vom Videokünstler Nico Parisius, ein Gamesetting entworfen – Schwarzlichteffekte im Bühnenbild und den Kostümen (Vanessa Rust) sorgen zudem für eine entsprechende Videospielästhetik. In der Rolle des Woyzeck ist Philipp Kronenberg zu erleben – außerdem spielen Marie-Joelle Blazejewski, Julia Buchmann, Robert Lang-Vogel, Mia Rainprechter und Bettina Schneider.

Jan Friedrich (*1992 in Lutherstadt Eisleben) studierte Puppenspiel an der HfS Ernst-Busch in Berlin, arbeitet als Regisseur, Autor, Bühnen und Kostümbildner. Charakteristisch für seine Arbeiten sind formstarke Zugriffe auf klassische Stoffe, die er in ästhetisch fulminanten Welten umsetzt. Er arbeitet am Schauspiel Hannover, Theater Oberhausen, Staatstheater Mainz und Kassel sowie an der Schauburg München. 2017 war er für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert.

weitere Vorstellungen im Februar und März:
Do., 2.2., 19.30 Uhr, Do., 16.2., 10 Uhr, Di., 28.2., 10 Uhr, Mi., 1.3., 10 Uhr, Di., 7.3., 10 Uhr, Mi., 8.3., 10 Uhr, Sa., 18.3., 19.30 Uhr, Sa., 25.3., 19.30 Uhr, So., 26.3., 18.30 Uhr

Bilder

Quelle: Theater Magdeburg
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